Ich bin Volker Mohr. Seit über 40 Jahren ist die Hotellerie meine berufliche Heimat. Heute begleite ich inhabergeführte Privathotels dabei, ihre Möglichkeiten besser zu nutzen, wirtschaftlich erfolgreicher zu werden und neue Perspektiven zu entwickeln.
Man könnte meinen, ich hätte inzwischen alles gesehen. Habe ich aber nicht. Und genau das macht meinen Beruf bis heute so spannend. Jedes neue Hotel weckt meine Neugier: seine Geschichte, seine Besonderheiten und vor allem die Menschen dahinter.
Zuerst die Menschen. Dann das Hotel. Was begeistert die Betreiber? Was bereitet ihnen Sorgen? Welche Zukunft wünschen sie sich? Erst danach schaue ich auf Zimmer, Restaurant, Abläufe und Zahlen. Oft bestätigt das Hotel meinen ersten Eindruck von den Betreibern. Denn jedes Hotel spiegelt die Menschen wider, die es führen.
Ein neues Hotel kennenzulernen, setzt bei mir meist sofort etwas in Bewegung. Ich sehe Möglichkeiten, wo im täglichen Betrieb oft längst Gewohnheit eingekehrt ist.
Zum Beispiel:
Zimmerangebote, die sich besser verkaufen ließen.
Speisekarten, die mehr Appetit machen – und mehr Umsatz bringen.
Preisstrategien, die wieder zur tatsächlichen Nachfrage passen.
Veranstaltungsräume, in denen noch jede Menge Potenzial steckt.
Dann beginnt es in meinem Kopf zu arbeiten –
und meistens hört es so schnell nicht wieder auf. 😉
Aber nicht jede gute Idee passt zu jedem Hotel. Deshalb möchte ich zunächst verstehen, was die Menschen bewegt und wohin sie mit ihrem Haus wollen. Manche sprudeln selbst vor Ideen, andere wägen Veränderungen lieber in Ruhe ab. Beides hat seine Berechtigung. Gute Zusammenarbeit braucht Erfahrung, Vertrauen und manchmal auch die Geduld, eine Idee erst einmal reifen zu lassen.
Umsatz kommt von Umsetzen.
Das ist für mich mehr als ein Werbespruch. Gute Konzepte, die anschließend in der Schublade verschwinden, bringen keinen zusätzlichen Gast ins Restaurant und verkaufen kein einziges Zimmer. Deshalb bleibt es bei mir nicht bei Empfehlungen. Wir entwickeln gemeinsam Lösungen und setzen sie um. Mal mit größeren Veränderungen, mal mit vielen kleinen Schritten. „Hauptsache, es bewegt sich etwas. Und zwar in die richtige Richtung.“
Meine ersten Erfahrungen mit der Gastronomie machte ich lange bevor ich wusste, dass sie einmal mein Beruf werden würde. Ich bin in einer Gastwirtschaft mit Disco und späterem Tanzlokal aufgewachsen.
In den 70er-Jahren war das noch eine andere Welt: Morgens um zehn wurde aufgeschlossen und dann blieb „die Wirtschaft“ den ganzen Tag geöffnet. Gäste kamen und gingen, Geschichten wurden erzählt und hinter der Theke war immer etwas los.
Außer montags natürlich. Denn eine Regel war damals so selbstverständlich wie das frisch gezapfte Bier:
„Montag ist Ruhetag!“
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir einer unserer Küchenchefs. Klaus. Ich liebte ihn über alles, denn er nahm sich Zeit für mich. Viel Zeit.
In seinen Mittagspausen spielten wir leidenschaftlich gerne Backgammon. Dazu rauchte er seine Gauloises, bis der ganze Raum so eingenebelt war, dass wir die Spielsteine kaum noch erkennen konnten.
Diese gemeinsamen Stunden habe ich bis heute nicht vergessen. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die einen Menschen prägen und ein Leben lang in Erinnerung bleiben.
Danke Klaus!
Während meine Mutter nachmittags unter der Trockenhaube saß und anschließend ihre Frisur toupierte, übernahm ich „die Wirtschaft“. Alleine.
Bier zapfen, Gäste unterhalten, Gläser spülen und auch abkassieren – das volle Programm.
Draußen hörte ich die anderen Jungs, die auf dem Bushäuschen Fußball spielten. Ich hätte nur zu gerne mitgekickt. Stattdessen stand ich hinter der Theke und hielt den Laden am Laufen.
Und wehe, die rosafarbene Taft-Dose war leer! Dann musste ich auch noch zum Friseur um die Ecke laufen und Nachschub besorgen.
Nicht jede Kindheitserinnerung ist nur schön.
Aber diese Jahre haben mich geprägt. Und eines habe ich früh gelernt:
In der Gastronomie ist immer etwas los. Auch dann, wenn eigentlich gerade nichts los ist.
Später habe ich die Hotellerie von vielen weiteren Seiten kennengelernt: in der Küche, im Service, im kaufmännischen Bereich, im Zimmergeschäft und in der Führung von Hotels.
Als Mitarbeiter, als Führungskraft und schließlich in meiner eigenen Selbstständigkeit.
Mehr als 80 mittelständische Privathotels durfte ich dabei bereits begleiten.
Diese unterschiedlichen Perspektiven helfen mir heute, Zusammenhänge zu erkennen.
Eine Entscheidung an der Rezeption beeinflusst die Zimmerpreise. Eine neue Speisekarte verändert nicht nur das Angebot für die Gäste, sondern auch Einkauf, Kalkulation und Küchenabläufe. Denn gute Marketingideen müssen sich im Alltag bewähren.
Ich weiß sehr gut, wie sich ein langer Arbeitstag in einem Hotel anfühlt. Dass Mitarbeiter, Gäste, Lieferanten und manchmal auch die eigene Familie gleichzeitig etwas brauchen.
Und dass ein Hotelier oft Gastgeber, Personalchef, Verkäufer, Lückenbüßer und Problemlöser in einer Person ist. Und manchmal alles innerhalb von zehn Minuten.
Deshalb brauche ich keine Lösungen, die nur auf dem Papier gut aussehen. Sondern solche, die im Betrieb funktionieren und umsetzbar sind. Zigfach erprobt und erfolgreich umgesetzt. Und immer angepasst auf die Region, den Betrieb, die Mitarbeiter und die Gastgeber.
Dann gehört meine Zeit am liebsten meiner Familie. Meine beiden Kinder sind heute ein ganz besonderer Mittelpunkt meines Lebens. Mit ihnen entdecken meine Frau und ich vieles noch einmal neu. Und manchmal zeigen sie mir ganz nebenbei, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben recht wenig mit Belegungsquoten und Durchschnittsraten zu tun haben.
Neue Orte entdecken, Land & Leute kennenlernen, regional essen und trinken, ein bißchen über den Tellerrand schauen und dabei den eigenen Horizont erweitern. Ob in den Bergen, an der Nordsee oder auf Mallorca – Hauptsache gemeinsam, gesund und glücklich.
Wobei sich meine Neugier auf Hotels und Gastronomie auch im Urlaub nicht immer abschalten lässt. Berufskrankheit? Möglicherweise. Aber eine ziemlich angenehme.
Erzählen SIE mir, was IHNEN durch den Kopf geht, was IHNEN am Herzen liegt und welche Ideen schon viel zu lange darauf warten, endlich angepackt zu werden.
Welche Geschichten schreibt IHR Hotel? Wo drückt der Schuh?
Und worüber würden SIE sich gerne einmal ganz ungezwungen austauschen?
Ich bin ganz Ohr. Und das Beraterlatein bleibt draußen. 😉
Volker Mohr
Bergstraße 3a
56462 Höhn
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