ANALYSIEREN · SORTIEREN · ANFANGEN

Den richtigen Anfang finden

Wenn vieles verändert werden muss, zählt vor allem eine Frage: Womit fangen wir an?

Im täglichen Hotelbetrieb sammeln sich über die Jahre viele Themen an. Zimmerpreise müssten überarbeitet werden, die Homepage könnte besser verkaufen, im Restaurant stimmt die Kalkulation nicht mehr und manche Abläufe kosten zu viel Zeit. Dazu kommt die Frage, ob die Positionierung des Hauses noch zum Markt passt. Das Problem ist häufig nicht, dass Hoteliers diese Baustellen nicht kennen. Sondern dass alles gleichzeitig wichtig erscheint. Hier wird etwas optimiert, dort ein neues Projekt begonnen – viel Bewegung, aber nicht unbedingt viel Veränderung.

Deshalb beginnt unsere Zusammenarbeit häufig mit einer Hotel-Potenzialanalyse.
Nicht mit fertigen Lösungen, sondern mit einem genauen Blick auf den Betrieb.

Aus diesem Blick auf Betrieb, Markt und Zahlen entsteht eine klare Reihenfolge.
Erst verstehen. Dann entscheiden. Dann umsetzen.

   

   

Das eigentliche Problem finden

Viel Betrieb heißt noch lange nicht viel Gewinn.

Manchmal scheint ziemlich offensichtlich zu sein, wo ein Hotel ansetzen müsste. Mehr Gäste, mehr Umsatz, bessere Preise, mehr Marketing – an möglichen Baustellen mangelt es selten. Doch bevor Maßnahmen gestartet werden, lohnt sich eine andere Frage:
Was ist eigentlich das wirkliche Problem?

Denn das, was im täglichen Betrieb am meisten auffällt, ist nicht zwangsläufig die Ursache. Ein gut besuchtes Restaurant kann Geld verlieren. Ein schwach ausgelasteter Bereich kann mehr Potenzial besitzen als der vermeintliche Umsatzbringer. Und manchmal zeigt erst der Blick in die Zahlen, dass man jahrelang an der falschen Stelle besonders fleißig war.

Deshalb beginnt Veränderung für mich mit Analyse statt Aktionismus: Zahlen verstehen, Abläufe hinterfragen, Ertragsbringer und Kostenfresser erkennen – und erst dann entscheiden, wo wir ansetzen.

Wer die Ursachen nicht kennt, arbeitet oft nur an den Symptomen.

Aus der Praxis: THÜRINGER BECKEN

Über 200 Hauptgerichte gingen täglich in einem Hotel im Thüringer Becken über den Tresen. Das Restaurant war bekannt für gutes und ausgesprochen günstiges Essen. Die Tische waren voll, die Küche hatte reichlich zu tun – eigentlich hätte man meinen können: Hier brummt der Laden. Nur leider brummte vor allem die Arbeit. Wirtschaftlich blieb kaum etwas übrig. Als der Hotelier schließlich auch noch krank wurde, stand die Zukunft des gesamten Betriebes auf dem Spiel.

Der entscheidende Moment kam beim Blick in die BWA. Die Zahlen zeigten unmissverständlich, dass das Restaurant trotz mehr als 200 Hauptgerichten täglich defizitär arbeitete. Der Hotelier fiel aus allen Wolken. Also hinterfragten wir das bisherige Geschäftsmodell und richteten den Betrieb stärker auf den bislang vernachlässigten Logisbereich aus. Aus dem Restaurant wurde ein großer, heller Frühstücksraum, die Hotelzimmer rückten in den Mittelpunkt und das Hotel wurde anschließend verpachtet.

Manchmal liegt das größte wirtschaftliche Potenzial nicht dort, wo am meisten los ist. Sondern dort, wo eine ehrliche Analyse zeigt, dass sich mit den vorhandenen Möglichkeiten tatsächlich Geld verdienen lässt.

   

   

Nicht alles gleichzeitig –
sondern das Richtige zuerst

Wer zehn Baustellen gleichzeitig eröffnet, hat am Ende vor allem zehn Baustellen.

In vielen Hotels fehlt es nicht an Ideen. Im Gegenteil: Die Liste dessen, was eigentlich einmal gemacht werden müsste, ist häufig beeindruckend lang.

Neue Homepage, andere Preise, Zimmer renovieren, Restaurant überarbeiten, Mitarbeiter finden, Abläufe verbessern, mehr Direktbuchungen, Newsletter, Social Media – und irgendwo müsste auch noch die Terrasse schöner werden. 
Das Problem: Wenn alles Priorität hat, hat am Ende nichts Priorität.

Deshalb geht es nach der Analyse darum, die Themen zu sortieren. Was muss sofort passieren? Was bringt kurzfristig wirtschaftliche Entlastung? Was schafft die Voraussetzung für den nächsten Schritt? Und was darf guten Gewissens noch ein halbes Jahr warten?

Aus der Praxis: SÜDHESSEN

Erst die Finanzen ordnen. Dann wieder durchstarten.

Ein Hotel in Südhessen geriet zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Neue Kettenhotels verschärften den Wettbewerb und unterboten teilweise die bisherigen Zimmerpreise. Die Umsätze brachen ein, während die Personalkosten auf über 50 Prozent stiegen. Die Hausbank drohte, den Geldhahn zuzudrehen.

Der Unternehmer hielt seinen Betrieb mit Krediten und teuren Kontoüberziehungen bei mehreren Banken über Wasser. Von Monat zu Monat wurde die finanzielle Belastung größer. Doch bevor wir über neue Gäste und höhere Umsätze sprachen, mussten wir zunächst die wirtschaftliche Grundlage wieder in Ordnung bringen.

Gemeinsam mit der Steuerberaterin nahmen wir sämtliche Kosten unter die Lupe. Gleichzeitig entwickelten wir Ideen zur Umsatzsteigerung und führten beides zu einem tragfähigen Gesamtkonzept zusammen. Dieses stellten wir der Hausbank und einem weiteren Kreditinstitut vor.

Das Konzept überzeugte die Hausbank. Sie erklärte sich bereit, mehrere kleinere Kredite und zwei Überziehungskredite in einem neuen, größeren Darlehen zusammenzufassen. Zusätzlich wurde finanzieller Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben und notwendige Reparaturen geschaffen.

Das Ergebnis: Der Hotelier hatte endlich wieder Luft zum Atmen. Statt jeden Monat um die nächste Finanzierung zu kämpfen, konnte er sich wieder auf die Weiterentwicklung seines Hotels konzentrieren.

Dabei entsteht kein Maßnahmenplan, der anschließend hübsch abgeheftet wird. Sondern eine realistische Reihenfolge, die zum Betrieb, zu den finanziellen Möglichkeiten und vor allem zu den Menschen passen muss, die sie umsetzen sollen. Denn ein guter Plan muss nicht möglichst viel enthalten. Er muss dafür sorgen, dass das Richtige tatsächlich passiert.

   

   

Wenn es Ernst wird, braucht man
einen klaren Weg nach vorn

Manchmal geht es nicht mehr darum, etwas zu optimieren. Sondern darum, einen Betrieb wieder auf wirtschaftlich sicheren Boden zu stellen.

Es gibt Situationen, in denen ein Hotel nicht mehr die Zeit hat, über Jahre an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Wenn Liquidität fehlt, Rechnungen liegen bleiben oder sogar die Zukunft des Betriebes auf dem Spiel steht, müssen Entscheidungen schneller und vor allem in der richtigen Reihenfolge getroffen werden. Dann hilft weder Aktionismus noch die berühmte Hoffnung auf die nächste gute Saison.

Zuerst müssen wir verstehen: Wo verliert der Betrieb Geld? Welche Bereiche funktionieren? Wo steckt kurzfristig Potenzial? Was können wir verändern, ohne sofort große Summen investieren zu müssen? Gerade in solchen Situationen kann es entscheidend sein, nicht nur auf die Probleme zu schauen.

Oft gibt es im selben Betrieb Bereiche, die bereits zeigen, wohin die Reise gehen könnte. Und manchmal entscheidet genau dieser Blick darüber, ob aus einem schwierigen Heute wieder ein Morgen werden kann.

Aus der Praxis: OSTSEEKÜSTE

Als nicht nur die Rechnungen, sondern auch die Nachfolge auf der Kippe stand.

Als wir mit der Zusammenarbeit begannen, war die Situation ernst. Das Hotel mit zusätzlichen Ferienwohnungen im Nebengebäude arbeitete defizitär, Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden und die geplante Übergabe vom Vater an den Sohn drohte zu scheitern. Besonders bitter: Der Sohn studierte gerade Hotelmanagement und Tourismus und wollte den elterlichen Betrieb eigentlich übernehmen. Nur braucht selbst der motivierteste Nachfolger ein Unternehmen, das ihm eine wirtschaftliche Perspektive bietet.

Also haben wir zunächst analysiert, wo das Geld verloren ging – und wo der Betrieb bereits zeigte, dass es auch anders funktionieren konnte. Das Bild war ziemlich eindeutig: Außerhalb der Saison war die Belegung zu schwach, während die Preise in der Hauptsaison zu niedrig waren. Dazu kamen eine hohe Stornoquote und zu viele Lücken im Belegungskalender. Gleichzeitig zeigte sich etwas Interessantes:
Die Ferienwohnungen liefen besser als die klassischen Hotelzimmer.

Also machten wir mehr aus dem, was funktionierte: Vier bestehende Hotelzimmer wurden zu zwei zusätzlichen Ferienwohnungen umgebaut. Starre Preise wurden durch flexible Raten ersetzt. In der Nebensaison konnten die Ferienwohnungen nun auch für weniger als eine Woche gebucht werden – gegen einen entsprechenden Preisaufschlag statt zum pauschalen Wochenpreis.

Zusätzliche Angebote wie Grillabende in der Kota und mehr Service rund um die Feriengäste machten das Angebot attraktiver. Gleichzeitig wurden auch die Zimmerpreise neu aufgestellt. Und dann kam der Punkt, an dem aus einem Sanierungsfall langsam wieder eine Zukunftsgeschichte wurde:
Nach einem Jahr waren sämtliche alten Rechnungen bezahlt.

Der Sohn hatte inzwischen sein Studium abgeschlossen, erhielt einen Jungunternehmerkredit und konnte den nächsten Schritt gehen. Weitere alte Hotelzimmer aus den 70er-Jahren wurden in moderne Ferienwohnungen
umgebaut. Schließlich bekam das Haus einen neuen Namen, ein neues Logo,
eine neue Website und somit ein neues Erscheinungsbild.

Das Hotel besteht bis heute – und erfreut sich großer Beliebtheit.


Wo wir gemeinsam ansetzen können:

  • Probleme erkennen & Ursachen verstehen

  • Prioritäten setzen & richtige Reihenfolge finden

  • Veränderungen konsequent auf den Weg bringen

Hotelumsatz.de

Volker Mohr
Bergstraße 3a
56462 Höhn

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Mobil: +49 (0) 160 97747106
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