ZUKUNFT · STRUKTUR · WEITERENTWICKLUNG

Mein Hotel fit für die Zukunft machen

Ein Hotel braucht nicht jeden Trend – sondern die richtigen Entscheidungen für morgen.

Ein Hotel für die Zukunft aufzustellen bedeutet nicht automatisch, alles neu zu machen. Nicht jeder Betrieb braucht einen Anbau, eine neue Zielgruppe oder die nächste große Investition. Viel wichtiger ist die Frage, wo das Hotel in fünf oder zehn Jahren stehen soll – und welche Entscheidungen heute dafür getroffen werden müssen.

Dabei geht es um weit mehr als Zimmer und Ausstattung. Es geht um die Positionierung des Hauses, wirtschaftlich sinnvolle Investitionen, funktionierende Strukturen und Systeme, neue Geschäftsmöglichkeiten und die Frage, ob das Hotel auch morgen noch zu seinen Gästen, seinem Standort und seinem Markt passt.

Genau hier lohnt sich der Blick nach vorn – bevor Entscheidungen teuer werden oder notwendige Veränderungen immer wieder aufgeschoben werden. Denn Zukunftsfähigkeit entsteht selten durch den einen großen Schritt.

Meist sind es viele richtige Entscheidungen, die am Ende ineinandergreifen.

   

   

Investieren – aber an der richtigen Stelle

Erst überlegen, was ein Hotel morgen können soll – und dann entscheiden, was heute dafür investiert werden muss.

Investitionen gehören zur Weiterentwicklung eines Hotels. Neue Zimmer, ein Wellnessbereich oder zusätzliche Veranstaltungsflächen können große Chancen eröffnen. Sie können aber auch viel Kapital binden. Entscheidend ist deshalb, welche Gäste damit erreicht werden sollen, welche zusätzlichen Umsätze realistisch sind und ob die Investition zum Hotel und seinem Standort passt.

Mein Vater hatte dafür seinen ganz eigenen Grundsatz: „Solang’ die Mischmaschin läuft, gehded berschof.“ Ganz unrecht hatte er damit nicht. Viele Hotels sind über Jahrzehnte genau so gewachsen. Heute sollte allerdings vor der Mischmaschine die Frage stehen, ob das, was wir bauen, anschließend auch genügend Geld verdient.

Viel wichtiger als die Frage „Was könnten wir noch bauen?“ ist deshalb:
„Was braucht dieses Hotel, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen?“
Erst daraus entstehen ein schlüssiges Konzept, belastbare Zahlen und Investitionen,
die dem Hotel eine wirtschaftliche Perspektive geben.
Aus der Praxis: WESTERWALD

Bei einem Hotel im Westerwald stand eine größere Weiterentwicklung des Betriebes an. Entscheidend war die Frage, ob das geplante Konzept am Standort auch wirtschaftlich funktionieren würde. Gemeinsam erarbeiteten wir deshalb eine Machbarkeitsstudie, die von der Bank als Voraussetzung für die Finanzierung verlangt wurde. Standort, Markt, Zielgruppen, Angebot, Investitionsbedarf und wirtschaftliche Perspektiven flossen in ein schlüssiges Gesamtkonzept ein.

Damit entstand eine belastbare Grundlage für die Gespräche mit der Bank. Denn neben einer überzeugenden Idee mussten vor allem die Zahlen stimmen. Die Ausarbeitung schuf schließlich die Grundlage dafür, dass eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich ermöglicht und die geplante Weiterentwicklung des Hotels umgesetzt werden konnte.

Gerade bei größeren Investitionen reicht eine gute Idee allein nicht aus.
Konzept, Markt und Zahlen müssen am Ende dieselbe Geschichte erzählen.

   

   

Schritt für Schritt weiterentwickeln

Nicht jede gute Idee entsteht am Reißbrett. Manchmal liefern die Gäste den entscheidenden Anstoß.

Ein Hotel muss nicht von heute auf morgen neu erfunden werden. Oft entstehen die besten Entwicklungen, weil Gäste etwas nachfragen, sich Rahmenbedingungen verändern oder plötzlich neue Möglichkeiten sichtbar werden. Entscheidend ist, solche Signale zu erkennen und zu prüfen, ob daraus ein zusätzliches Geschäft entstehen kann, das zum Hotel und seinem Standort passt.

Aus einem kleinen Angebot kann so der nächste Entwicklungsschritt entstehen – und daraus wiederum der nächste. Man muss nicht immer wissen, wo die Reise endet. Wichtig ist, den richtigen Moment für den nächsten Schritt zu erkennen.

Aus der Praxis: WESERBERGLAND

Ein alter Bauernhof im Weserbergland mit eigener Quelle und Klosterkirche zog immer wieder Besucher an. Irgendwann fragten die ersten Gäste: „Kann man hier eigentlich auch etwas essen oder trinken?“ Aus einem ehemaligen Pferdestall wurde eine kleine Küche mit Ausgabe für Kaffee, Kuchen und Getränke am Wochenende. Weil das Wetter nicht immer mitspielte, baute man zwei weitere Pferdeställe zu einem einfachen Gastraum um. Und schon kam die nächste Frage: „Kann man bei Ihnen auch Hochzeit feiern?“

Die Antwort des Ehemanns der Chefin werde ich nicht vergessen:
„Meine Frau kann noch nicht mal für fünf Leute kochen –
wie soll das bei 50 oder mehr funktionieren?“

Die Lösung war denkbar einfach: Ein Caterer übernahm das Essen, der Betrieb servierte ausschließlich die Getränke. Mit Raummiete und Getränkepauschale entstand ein neues, wirtschaftlich interessantes Geschäftsfeld.
Aus den Pferdeställen wurde eine gefragte Hochzeitslocation.

Mit den Hochzeiten kam die nächste Frage: „Haben Sie eigentlich auch Zimmer?“ Also wurde der Heustall über den Veranstaltungsräumen zu einem kleinen Hotel ausgebaut, weitere Pferdeställe wurden zum Frühstücksraum. Mit einem modernen Front-Office-System, Channel Manager, einer durchdachten Ratenstrategie und der Kooperation mit Bett+Bike wurde das Haus professionell am Markt positioniert. Als sich Einzelgäste über Hochzeitsfeiern unter ihren Zimmern beschwerten, entstand die nächste Idee: Die Zimmerumsätze wurden in die Raummiete einkalkuliert. Das neue Verkaufsargument lautete: „Die Zimmer bekommen Sie gratis dazu.“

Aus ein paar Tassen Kaffee am Wochenende war Schritt für Schritt ein neues Geschäftsmodell entstanden. Nicht durch einen großen Masterplan, sondern weil immer wieder erkannt wurde, welcher nächste Schritt wirtschaftlich sinnvoll war.

   

   

Bewährtes erhalten. Neues wagen.

Manchmal bringt nicht die größte Investition ein Hotel weiter,
sondern die klügste.

Wer sein Hotel weiterentwickeln möchte, hat meistens viele Ideen. Neue Zimmer, zusätzliche Angebote, modernisierte Bereiche oder eine bessere Ausstattung. Doch bevor investiert wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was braucht das Hotel wirklich? Was erwarten die Gäste? Und welche Veränderung bringt uns gleich an mehreren Stellen weiter?

Denn eine Investition sollte nicht nur ein einzelnes Problem lösen. Im Idealfall verbessert sie gleichzeitig die Abläufe, schafft neue Möglichkeiten und stärkt die Positionierung des Hauses. Dafür muss man manchmal gewohnte Pläne hinterfragen und bereit sein, einen anderen Weg einzuschlagen.

Genau hier hilft der Blick von außen. Mit Erfahrung, wirtschaftlichem Verständnis und dem Gespür dafür, was im Hotelalltag tatsächlich funktioniert. Nicht jede zusätzliche Fläche muss ein weiteres Gästezimmer werden. Und nicht jede gute Idee steht bereits im Bauplan.

Manchmal entsteht der größte Fortschritt, wenn man etwas weglässt –
und dadurch Platz für etwas Besseres schafft.

Aus der Praxis: SAUERLAND

Zwei Ferienwohnungen weniger. Einen Stern mehr.

Nach umfangreichen Investitionen wollte ein Hotelier im Sauerland den nächsten Schritt gehen: den vierten Stern. Doch die DEHOGA machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Es fehlte eine eigenständige Bar. Die vorhandene Theke im Gastraum reichte dafür nicht aus. Bei einem unserer Gespräche zeigte mir der Gastgeber dann seine neuesten Baupläne: Sieben weitere Ferienwohnungen sollten entstehen.

Sieben Ferienwohnungen – oder eine bessere Idee?
Wir strichen kurzerhand zwei der geplanten Ferienwohnungen im Erdgeschoss. Stattdessen entstand eine großzügige Rezeption mit Back-Office und einer integrierten Bar in L-Form. Ein paar Barhocker, gemütliche Tische und sogar ein eigener Bereich für Merchandising-Artikel fanden ebenfalls Platz. Damit hatten wir gleich mehrere Herausforderungen mit einer einzigen baulichen Veränderung gelöst: eine zeitgemäße Rezeption, einen zusätzlichen Aufenthaltsbereich für die Gäste, eine Verkaufsfläche und endlich die bislang fehlende Bar.

Und der vierte Stern? Der ließ nicht lange auf sich warten.
Manchmal braucht ein Hotel eben nicht mehr Zimmer, sondern jemanden,
der einen Bauplan auch mal andersherum liest.


Wo wir gemeinsam ansetzen können:

  • Investitionen & Entwicklung vorausschauend planen

  • Strukturen, Systeme & Abläufe zukunftsfähig aufstellen

  • Neue Geschäftsmöglichkeiten erkennen & konsequent entwickeln

Hotelumsatz.de

Volker Mohr
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