Der richtige Zimmerpreis hängt nicht nur vom Zimmer ab. Entscheidend sind Nachfrage, Wochentag, Saison, Veranstaltungen, Buchungsvorlauf, Auslastung und nicht zuletzt der Markt rund um Ihr Hotel.
Genau hier beginnt Revenue Management: Preise nicht einmal festlegen und anschließend verwalten – sondern Nachfrage erkennen, Raten aktiv steuern und vorhandene Umsatzpotenziale nutzen.
Revenue Management bedeutet weit mehr, als Zimmerpreise regelmäßig nach oben oder unten zu verändern. Entscheidend ist zunächst zu verstehen, wann welche Nachfrage entsteht, wie früh Gäste buchen, über welche Vertriebswege sie kommen und welchen Preis der Markt zu diesem Zeitpunkt akzeptiert.
Dafür betrachten wir nicht nur die aktuelle Belegung. Wir schauen auf Buchungsvorlauf, Wochentage, Saisonzeiten, Veranstaltungen und Ferien, Stornierungen, Aufenthaltsdauer, Zimmerkategorien, Vertriebswege und natürlich auf die Preisentwicklung relevanter Mitbewerber.
Aus diesen Informationen entsteht eine Ratenstrategie, die sich laufend der tatsächlichen Nachfrage anpasst. An starken Tagen geht es darum, vorhandene Nachfrage nicht zu billig zu verkaufen. An schwächeren Tagen darum, rechtzeitig die richtigen Impulse zu setzen.
Dabei ist nicht jede zusätzliche Buchung automatisch eine gute Buchung. Ein früh verkauftes Zimmer kann an einem nachfragestarken Termin später fehlen. Ein vermeintlich hoher Zimmerpreis kann durch teure Vertriebswege an Attraktivität verlieren. Und eine hohe Belegung ist wenig wert, wenn sie mit Preisen erkauft wurde, die keinen vernünftigen Ertrag mehr bringen.
Revenue Management bedeutet deshalb nicht, immer den höchsten Preis zu verlangen. Es bedeutet, zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Preis für die richtige Nachfrage anzubieten.
Entscheidend ist nicht allein, wie viele Zimmer verkauft wurden. Entscheidend ist auch, zu welchem Preis, über welchen Vertriebsweg und zu welchen Bedingungen.
Genau deshalb gehört zur erfolgreichen Ratenstrategie mehr als die Frage: „Wie voll sind wir?“ Die bessere Frage lautet: „Haben wir die vorhandene Nachfrage richtig verkauft?“
Als plötzlich über 1.000 Übernachtungen fehlten
Ein Privathotel in Wiesbaden mit gut 30 Zimmern verlor praktisch von heute auf morgen einen wichtigen Firmenkunden – und damit mehr als 1.000 Übernachtungen pro Jahr. Eine Größenordnung, die man bei einem Haus dieser Größe nicht einfach mit ein paar zusätzlichen Buchungen auffängt.
Die Aufgabe war deshalb nicht, die entstandene Lücke möglichst schnell mit günstigen Preisen wieder zu füllen. Wir haben Nachfrage, Buchungstage, Raten, Vertriebswege und Marktchancen neu betrachtet und die Preisstrategie konsequent danach ausgerichtet.
Das Ziel war nicht: Hauptsache wieder voll. Das Ziel war, die vorhandene Nachfrage besser zu verkaufen.
Das Hotel stabilisierte sein Logisgeschäft – und aus der damaligen Zusammenarbeit wurde eine Beratung, die inzwischen seit mehr als zehn Jahren besteht.
Voll ist eben nicht gleich voll. Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt.
Preis- und Ratenstrategie gezielt steuern
Nachfrage und Buchungsverhalten frühzeitig erkennen
starke und schwache Buchungstage unterschiedlich behandeln
Vertriebswege und Buchungsbedingungen sinnvoll einsetzen
Umsatzpotenziale nutzen, ohne nur auf mehr Belegung zu setzen
Volker Mohr
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