Ein Hotel entwickelt sich selten durch Zufall. Oft sind es Räume, Flächen, Angebote oder Zielgruppen, die im Alltag einfach übersehen werden. Der Frühstücksraum bleibt nur Frühstücksraum, die Ferienwohnung nur Ferienwohnung und das alte Schwimmbad eben das alte Schwimmbad.
Genau dort beginnt unser Blick von außen. Wir suchen nicht zuerst nach teuren Investitionen, sondern nach den Potenzialen, die bereits in Ihrem Hotel schlummern – und überlegen gemeinsam, wie daraus neue Umsätze, bessere Auslastung und eine stärkere Positionierung entstehen können.
VORHANDENE RÄUME NEU DENKEN
Viele Hotels verfügen über Flächen, die irgendwann einmal für einen bestimmten Zweck geschaffen wurden – aber heute längst nicht mehr das leisten, was sie leisten könnten.
Ein kaum genutzter Nebenraum, ein überdimensionierter Frühstücksbereich, eine alte Kegelbahn, ein Schwimmbad oder eine Ferienwohnung: Nicht jede Fläche braucht sofort eine große Investition. Manchmal braucht sie zunächst eine neue Aufgabe und eine Idee, wie sich damit Geld verdienen lässt.
Dabei schauen wir nicht nur darauf, was räumlich möglich ist. Entscheidend ist die Frage:
Was könnte zu diesem Hotel, seinem Standort und seinen Gästen passen – und lässt es sich anschließend auch erfolgreich verkaufen?
Aus einem alten Schwimmbad wurde plötzlich ein Raum voller Möglichkeiten.
In einem kleinen Hotel an der Mosel gab es ein Schwimmbad, das kaum noch genutzt wurde. Statt weiter Geld in eine Fläche zu investieren, die für die Gäste zunehmend an Bedeutung verlor, wurde das Schwimmbad komplett entkernt und zu einem neuen Veranstaltungsraum umgebaut.
Damit war der Raum aber noch lange nicht verkauft. Wir entwickelten unterschiedliche Anlässe, ihn auch tatsächlich mit Gästen zu füllen: Weihnachtsfeiern, Brunchveranstaltungen, kulinarische Lesungen, Weinproben, Krimidinner oder auch einmal einen zünftigen Blasmusik-Brunch.
Die Veranstaltungen wurden aktiv über Newsletter vermarktet und sorgten immer wieder für neue Besuchsanlässe, zusätzliche Restaurantumsätze und Gäste im Hotel.
Aus einer kaum noch genutzten Fläche wurde kein schönerer Raum. Sondern ein Raum, der plötzlich Geld verdienen konnte.
Viele Leistungen eines Hotels sind längst vorhanden. Sie werden nur häufig immer auf dieselbe Art angeboten, beschrieben und verkauft. Dabei kann ein anderes Nutzungskonzept, eine neue Zielgruppe oder eine veränderte Positionierung den wahrgenommenen Wert eines Angebotes erheblich verändern.
Das gilt für Zimmer genauso wie für Ferienwohnungen, Arrangements oder zusätzliche Leistungen. Entscheidend ist nicht nur, was Sie anbieten, sondern für wen, zu welchem Zeitpunkt und in welchem Zusammenhang Sie es verkaufen. Manchmal entsteht zusätzlicher Umsatz deshalb nicht durch ein neues Produkt, sondern dadurch, einem vorhandenen Angebot einen neuen Wert zu geben.
„Eine Ferienwohnung bleibt eine Ferienwohnung – bis jemand auf die Idee kommt, sie als Hotel-Appartement zu verkaufen.“
Manchmal liegt zusätzlicher Umsatz nur ein Nebengebäude entfernt.
In einem Hotel im Schwarzwald standen die Ferienwohnungen im Nebengebäude häufig leer, während das eigentliche Hotel gut gebucht war. Statt die Wohnungen einfach weiter als klassische Ferienwohnungen anzubieten, haben wir das Haus neu positioniert, an die Buchungskanäle angebunden und die Vermarktung an die Nachfrage des Hotels gekoppelt.
War das Hotel stark gebucht oder bereits voll, wurden die Einheiten von vornherein als Hotel-Appartements mit VIP-Treatments – zum rund dreifachen Preis – verkauft. In schwächeren Zeiten konnten sie weiterhin als Ferienwohnungen angeboten werden.
Die zusätzlichen Gäste sorgten gleichzeitig für mehr Frequenz im Restaurant. Dort wurden aktiv E-Mail-Adressen gesammelt und anschließend über Newsletter-Marketing für weitere Restaurant- und Hotelangebote genutzt.
Dieselben Räume. Andere Nachfrage. Andere Positionierung. Ein völlig anderer Wert.
Viele Hotels konzentrieren sich über Jahre auf die Gästegruppen, die ohnehin schon kommen. Dabei können neue Zielgruppen und neue Reiseanlässe zusätzliche Nachfrage schaffen – gerade zu Zeiten, in denen das bisherige Geschäft regelmäßig schwächelt.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Viel interessanter ist die Frage: Welche Gäste passen wirklich zu diesem Hotel, seinen Möglichkeiten und seinem Standort?
Manchmal liegt die Antwort näher, als man denkt.
„Tagungsräume wissen schließlich nicht, ob darin gerade ein Seminar stattfindet – oder ein Chor probt.“
Von leeren Wochenenden zu einer völlig neuen Zielgruppe.
Das gepflegte Geschäftsreisehotel im Kinzigtal lebte vor allem von Firmen-, Tagungs- und Seminargästen. Unter der Woche funktionierte das gut. Doch an Wochenenden, Feiertagen, in den Ferien und an den typischen Brückentagen im Mai fehlte genau diese Klientel – und das Hotel stand teilweise nahezu leer. Auch klassische Hotelarrangements brachten nicht den gewünschten Erfolg.
Bei einem gemeinsamen Abendessen erzählte mir die Inhaberin eher beiläufig von ihrer Leidenschaft fürs Singen. Sie sang in einem anspruchsvollen Chor und fuhr mit diesem sogar regelmäßig zu Proben- und Trainingswochenenden.
Meine spontane Frage war:
„Warum machen wir das eigentlich nicht hier?“
Damit war die Idee geboren. Wir entwickelten speziell auf Chöre zugeschnittene Packages, besorgten zwei Flügel und widmeten die vorhandenen Tagungsräume kurzerhand zu geeigneten Probenräumen um.
Plötzlich hatte das Hotel eine Zielgruppe, die hervorragend zum Haus passte – und ausgerechnet dann Zeit für ihre Chorwochenenden hatte, wenn die klassischen Geschäfts- und Tagungsgäste fehlten.
Das Hotel hatte sich kaum verändert. Aber wir hatten einen völlig neuen Grund geschaffen, warum Gäste gerade dann kommen sollten, wenn vorher die Zimmer leer blieben.
Ungenutzte Räume & Flächen neu denken
Bestehende Angebote neu positionieren
Neue Zielgruppen & Besuchsanlässe erschließen
Volker Mohr
Bergstraße 3a
56462 Höhn
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